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Naben

979 Byte hinzugefügt, 26 Juli
==Allgemeines==
Bedeutenster Hersteller von Fahrradnaben in der DDR war bis 1955 [[FuS|Fichtel und Sachs (Kürzel: FuS)]]. Die Umbenennung des Herstellers von ''VEB Fahrzeugteilewerk Reichenbach Fichtel & Sachs'' in [[RENAK|''VEB Reichenbacher Naben- und Kupplungswerke'']] erfolgte im Laufe des Jahre 1955, in diesem Jahr wurden Naben sowohl mit ''FuS'' und auch mit ''Renak'' gestempelt. Ab 1955 war Renak alleiniger Hersteller für alle Typen von Fahrradnaben in der DDR. Rücktrittnaben von FuS und RENAK funktionierten nach dem Walzen-Prinzip. Sie wurden auch als ''Torpedo-Freilaufnabe'' bezeichnet - dem Markennamen dieser seit 1903 ihrem Funktionsprinzip unverändert produzierten Rücktrittnabe.<br>Bis 1953 wurden auch Rücktrittnaben produziert, die nach dem Konus-Prinzip funktionierten. Hersteller war bis 1951 der VEB [[IFA Fahrradnabenwerk Dresden]], danach noch bis 1953 [[Infesto]]. Deren Vorderradnaben waren mit ''IFA'', Rücktrittnaben mit ''IFA Centrix'', ab 1951 oder 1952 nur noch mit [[IFA]] geprägt. Ab den späten 1980ern wurden von Renak Rücktrittnaben gebaut, die ebenfalls nach dem CentrixKonus-Prinzip funktionierten.<br>
Bis Anfang der 1950er Jahre existierten zudem zahlreiche, kleine Hersteller von Fahrradnaben, die vor allem im thüringischen Zella-Mehlis angesiedelt waren. Sie produzierten hauptsächlich Vorderradnaben, vereinzelt aber auch Freilaufnaben bzw. deren Einzelteile.
Die meisten Fahrradnaben bestanden aus [[Galvanische Veredelung|verchromtem]] Stahl (IFA Centrix-Naben waren teilweise auch vernickelt), Rennradnaben in der Regel aus blankem Aluminium. Es gab auch Rennrad- und Saalsportnaben, deren Flansche aus Aluminium, das Mittelstück dagegen aus verchromtem Stahl bestand. Hochflanschnaben, ebenfalls mit Aluminiumflanschen und dem Mittelstück aus Stahl, wurden für Bahn- und Saalsport-Räder verwendet. Sofern im DDR-FahrradWiki in den Beschreibungen der Modellübersichten der einzelnen Fahrradhersteller nichts anderes erwähnt wird, besaßen die Fahrräder Vorderrad- und Hinterradnaben aus Stahl.
In den 1980er Jahren bediente sich die DDR-Fahrradindustrie auch chinesischer Fahrradrücktrittnaben, die baugleich mit Renak-Rücktrittnaben waren. Gestempelt waren diese Importnaben mit "Gold Deer", was offenbar auf das Reh im Renak-Logo anspielte. Qualitativ waren sind diese Naben eher als minderwertigzu bewerten. Teilweise wurden auch Rücktrittnaben des Herstellers Favorit aus der ČSSR importiert. Für die Rennsport- und Rennräder von Diamant sowie für einige Sporträder von Mifa wurden in den späten 1980er Jahren gelegentlich auch Vorder- und Hinterradnaben des französischen Herstellers Maillard verwendet, sowie auch solche des italienischen Herstellers Gipiemme.
Starre Hinterradnaben waren mit Freilaufritzeln ausgestattet, Bahn- und Saalsporträder dagegen mit starren Ritzeln, mit denen auch rückwärts gefahren werden konnte. Rücktrittnaben hatten stets einen [[Öler]] zur regelmäßigen Versorgung des Bremsmantels mit Öl; bei starren Naben und Vorderradnaben wurden Öler nur bis 1956 verwendet.
===Fahrrad-Vorderradnaben===
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Datei:IFAVorderradNabe.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''Dreiteilige Nabe mit [[Öler]] vom [[IFA Fahrradnabenwerk Dresden]] / [[Infesto]]'''</p></center>'''Zeitraum:''' 19xx bis 195x (hier: 1951)<br>'''Verwendung:''' [[Möve]]-Tourenräder, [[Hainsberger Metallwerke|National]]-Fahrräder<br>'''Material:''' Stahl (verchromt), als Ersatzteil auch vernickelt<br>'''Bemerkungen:''' nur [[IFA]]-Prägung
Datei:FuS Vorderradnabe 1955.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''Dreiteilige FuS-Nabe mit [[Öler]]<br>''Vorderradnabe 100'''''</p></center>'''Zeitraum:''' 19xx bis 1955<br>'''Verwendung:''' Sporträder und Tourenräder<br>'''Material:''' Stahl (verchromt)<br>'''Bemerkungen:'''
Datei:FuS-Reichenbach-Torpedo-Nabe-1955-Export.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''FuS-Rücktrittnabe für Export<br>(40 Speichenlöcher)'''</p></center>'''Zeitraum:''' um 1955<br>'''Verwendung:''' Ersatz- / Zubehörteil<br>'''Material:''' Stahl (verchromt)<br>'''Bemerkungen:''' Funktion nach Walzen-Prinzip; Prägung "FuS Reichenbach", links das Baujahr, rechts die Speichenzahl
Datei:FuS Nabe 1961.JPG|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''Renak-Rücktrittnabe<br>mit FuS-Prägung'''</p></center>Vereinzelt wurden Naben auch nach 1955, dem Jahr der Umbenennung in RENAK mit FuS-Prägestempeln geprägt. Dieses Bild zeigt das jüngste bisher bekannte Exemplar: eine RENAK-Nabe von 1961 mit FuS-Prägung. Weiterhin ist ein Exemplar von mutmaßlich 1964 belegt.
Datei:IFA-Centrix Nabe.JPG|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''Rücktrittnabe des VEB [[IFA Fahrradnabenwerk Dresden]] / von [[Infesto]]'''</p></center>'''Zeitraum:''' 1947 bis 1953<br>'''Verwendung:''' u.a. [[Hainsberger Metallwerke|National]]-Fahrräder, Möve-Fahrräder<br>'''Material:''' Stahl (verchromt/vernickelt)<br>'''Bemerkungen:''' Funktion nach Konus-Prinzip, gestempelt mit ''[[IFA]]'' oder ''IFA Centrix'' (bis mind. 1951). Frühere Modelle vermutlich vernickelt. Vereinzelt sind auch Naben mit Stempelung des Baujahres bekannt.
Datei:Renak Rücktrittnabe.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''RENAK-Rücktrittnabe'''</p></center>'''Zeitraum:''' 1955 bis 1990<br>'''Verwendung:''' alle Fahrradtypen<br>'''Material:''' Stahl (verchromt)<br>'''Bemerkungen:''' erhältlich mit verschiedenen Speichenlochzahlen; hier gezeigter [[Bremsanker]] wohl nur kurzzeitig vewendetverwendet; Prägung: siehe Tabelle unten
Datei:Ruecktrittnabe RENAK Speed.JPG|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''Renak-Rücktrittnabe<br>''Speed'''''</p></center>'''Zeitraum:''' vrmtl. ab 1990 bis 1994<br>'''Verwendung:''' sportliche Tourenräder, 12,5"-Kinderfahrräder<br>'''Material:''' Stahl (verchromt)<br>'''Bemerkungen:''' Prägung: "RENAK speed 28 36", Bremsanker mit ''RENAK'' und neuem Logo; baugleich mit der ''Jet''-Freilaufnabe von Fichtel&Sachs
In der Regel wurden die Naben der großen Hersteller Fichtel und Sachs, RENAK, IFA Fahrradnabenwerk Dresden und Infesto mit spezifischen Prägungen versehen. Vor allem die Freilaufnaben von Fichtel und Sachs und RENAK wiesen im Laufe der Jahre zahlreiche verschiedene Prägungen auf.
1944 war die Nabenproduktion von Fichtel&Sachs aus Schweinfurt nach Reichenbach im Vogtland ausgelagert worden. Es kann davon ausgegangen werden, dass folglich sämtliche Freilauf- und wohl auch Vorderradnaben aus Reichenbach kamen. Bereits seit spätestens 1942 Ab 1943 wurden Freilaufnaben mit dem Zusatz ''K2'' geprägt; vermutlich offenbar bezog sich dieses Kürzel auf eine "Kriegs-Ausführung" der Nabe. Die Prägung ist noch bis 1945 belegt und entfiel ab spätestens 1946. Noch 1949 wurden allerdings in einem Prospekt von "Fichtel&Sachs Reichenbach (Vogtl)" die "Fahrrad-Torpedo-Nabe K2" ebenso die Vorderradnaben ''"K 100'' " und ''"K 342'' " aufgeführt. Konstruktive Unterschiede dieser Naben mit "K"-Bezeichnung zu herkömmlichen Torpedo-Naben sind nicht bekannt. Statt Es wurden jedoch statt Messing-Bremsmänteln wurden jedoch ausnahmlos solche aus Stahl verbaut (Einsparung von Buntmetall). *) Weitere Unterschiede bestanden offenbar nur in der Oberflächenbehandlung/Finish - schlechterer oder kein Verschliff der gedrehten Nabenhülsen, ausschließlich schwarze Lackierung oder Phosphatierung der Hülsen zur (Einsparung von Kupfer, Nickel und Chrom), Phosphatierung der übrigen Teile **), möglichweweise möglicherweise auch in der Güte des verwendeten Materials.
Ab spätestens Spätestens 1947 begann in Schweinfurt wieder die Produktion von ''Torpedo''-Freilaufnaben. Dort prägte man, zur Abgrenzung von Naben aus Reichenbacher Fertigung, ab 1947 oberhalb des Adlers den Zusatz ''F.&S. Schweinfurt''. Ab 1950 wurden auch Reichenbacher Freilaufnaben mit Herstellerkürzel und Ortsangabe (''FuS Reichenbach'') oberhalb des Adlers geprägt. Seit spätestens 1948 wurden Freilaufnaben aus dem Reichenbacher Werk mit einer (zweistelligen) Prägung des Produktionsjahres mittig unter dem Adler versehen; im Gegensatz dazu besaßen Naben aus Schweinfurt wie bisher diese Prägung links unterhalb des Adlers. Nabeneinzelteile wie Konen etc. wurden in Reichenbach ab 1947 mit ''FuS'' geprägt, [[Ritzel]] bereits ab 1946. Vorderradnaben prägte man in Reichenbach ebenfalls ab Mitte/Ende der 1940er Jahre zunächst nur mit ''FuS'', ab spätestens 1949 zusätzlich auch mit dem Produktionsjahr (ebenfalls zweitstellig).
Nabeneinzelteile wurden vereinzelt bereits ab 1945 mit ''FuS'' geprägt, bekannt sind: Bremskonus (1945), [[Ritzel]] (1946), Walzenführungsring (1947). Vorderradnaben prägte man in ebenfalls ab Mitte/Ende der 1940er Jahre zunächst nur mit ''FuS'', ab spätestens 1949 zusätzlich auch mit dem Produktionsjahr (zweitstellig).  <nowiki>*)</nowiki>Es sind ist allerdings eine Nabe von 1945 mit Messing-Bremsmantel bekannt. Bis 1959 sind weitere Messing-Bremsmäntel nachgewiesen, die nur in Export-Naben Verwendung fanden. Einem Prospekt von RENAK (1956) zufolge, wurden für den Export neben Bremsmänteln auch "Rollenhalter" (evtl. Walzenführungsring gemeint?) aus Messing gefertigt.<br><nowiki>**)</nowiki>Es sind auch verchromte Naben von 1943 und 1945 mit "K2"-Stempelung nachgewiesen. (Vrmtlvrmtl. für den Export produziert.).
===Bei Freilaufnaben mit Walzen-Prinzip===
! style="width:30em" | Bemerkungen
|-
|spätestens 1945|<center>Adler im Kreis<br>Jahr ''K2'' Kennungs-Buchstabe<br>''Torpedo''<br>''System Sachs''<br>''<D.R.P.>''</center>|Helmöler|Ohne Hersteller und Ortsangabe; schwarz lackiert, seltener verchromt|-|1946 bis 1947|<center>''60 Millionen''<br>''1904-1945''<br>Adler im Kreis<br>Jahr Kennungs-Buchstabe<br>''Torpedo''<br>''System Sachs''<br>''<D.R.P.>''</center>|Helmöler|Ohne Hersteller und Ortsangabe; schwarz lackiert. Für 1947 ist auch eine vernickelte Nabenhülse belegt.|-|1948 bis 1949
|<center>Adler im Kreis<br>Jahr<br>''Torpedo''<br>''System Sachs''<br>''<D.R.P.>''</center>
|Helmöler
|<center>''FuS''<br>''Reichenbach''<br>Adler im Kreis<br>Jahr<br>''Torpedo''</center>
|Helmöler
|Diese Prägung ist auch noch bei Freilaufnaben der Produktionsjahre 1957 und 1961 nachgewiesen.<br>Prägung bei Export-Naben mit 40 Speichenlöchern pro Flansch (belegt für 1955):<br><center>''FuS''<br>''Reichenbach''<br>Adler im Kreis<br>Jahr Speichenlochzahl<br>''Torpedo''</center>
|-
|1955 bis 1961
|<center>Reh mit ''RENAK''-Schriftzug<br>''IFA''<br>Jahr</center>
|Klappöler
|In den 1980er Jahren wurden die Naben zudem mit langen Strichen unterhalb des Jahres-Prägung geprägt. Bekannt sind beispielsweise: 1983 rechts unten; 1984 mittig unten sowie links, mittig und rechts unten; 1985 links, mittig und rechts unten; 1986 mittig und rechts unten; 1987 links unten; 1989 mittig und links und mittig unten; 1990 links und mittig unten. Systematik und Bedeutung der Strich-Anordung sind bislang unbekannt.<br><br>Prägung bei Naben für Kinder- und Klappräder: <center>Reh mit ''RENAK''-Schriftzug<br>Lochdurchmesser ''IFA'' Speichenlochzahl<br>Jahr<br>ggf. Strich-Prägung(en) unterhalb der Jahres-Prägung</center>
|-
|}
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===Bei starren Hinterradnaben===
===Bei Vorderradnaben===
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==Technischer Aufbau von Fahrradnaben (Explosionszeichnungen)==
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