Mifa Modell S 2: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Fahrrad besaß einen klassischen Tourenrahmen mit gekröpftem Hinterbau (offen ausgeführt) sowie einfache [[Gabelenden]]. Beim [[Rahmen]] verzichtete man auf weitere [[Anlötteile]], was bei Tourenrädern jener Zeit typisch war. Anders als beim offenbar zeitgleich gefertigten [[Mifa Modell S 16|Modell S 16]] waren hier beide Oberrohre gebogen ausgeführt und durch zwei Stege miteinander verbunden. Erst ab 1959 entstanden bei Mifa wieder Damenräder mit Schwanenhalsrahmen ([[Mifa Modell 152|Modell 152]]), wobei die Geometrie bei Modell S2 eine andere war. Die Rahmenhöhe betrug 53 cm, was eine übliche Rahmenhöhe für Damenräder war. Die in der DDR gebauten Damenfahrräder wiesen jedoch ungewöhnlicherweise stets eine Rahmenhöhe von 56 cm auf, mit Ausnahme des Modells S2.<br>Neben einem [[Tretlager|Glockentretlager]] gehörten [[Felgen|Stahlfelgen]] und [[Schutzbleche|Stahlschutzbleche]] zur Ausstattung. Felgen und Schutzbleche waren in Rahmenfarbe lackiert und weiß, sowie in Farbe des Rahmendekors (Strahlenkopf etc.) liniert. [[Lenker|Tourenlenker]], [[Bremsen|Stempelbremse]] mit Gestänge sowie ein [[Sattel|Tourensattel]] waren weitere Erkennungsmerkmale.[[Werkzeugtaschen|Rahmentasche]], [[Luftpumpe]], [[Gepäckträger|Tourengepäckträger]] sowie ein [[Kleidernetze|Kleidernetz]] rundeten die Ausstattung ab.
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Das Fahrrad besaß einen klassischen Tourenrahmen mit gekröpftem Hinterbau (offen ausgeführt) sowie einfache [[Gabelenden]]. Beim [[Rahmen]] verzichtete man auf weitere [[Anlötteile]], was bei Tourenrädern jener Zeit typisch war. Anders als beim offenbar zeitgleich gefertigten [[Mifa Modell S 16|Modell S 16]] waren hier beide Oberrohre gebogen ausgeführt und durch zwei Stege miteinander verbunden. Erst ab 1959 entstanden bei Mifa wieder Damenräder mit Schwanenhalsrahmen ([[Mifa Modell 152|Modell 152]]), wobei die Geometrie bei Modell S2 eine andere war. Die Rahmenhöhe betrug 55 cm.<br>Neben einem [[Tretlager|Glockentretlager]] gehörten [[Felgen|Stahlfelgen]] und [[Schutzbleche|Stahlschutzbleche]] zur Ausstattung. Felgen und Schutzbleche waren in Rahmenfarbe lackiert und weiß, sowie in Farbe des Rahmendekors (Strahlenkopf etc.) liniert. [[Lenker|Tourenlenker]], [[Bremsen|Stempelbremse]] mit Gestänge sowie ein [[Sattel|Tourensattel]] waren weitere Erkennungsmerkmale.[[Werkzeugtaschen|Rahmentasche]], [[Luftpumpe]], [[Gepäckträger|Tourengepäckträger]] sowie ein [[Kleidernetze|Kleidernetz]] rundeten die Ausstattung ab.
  
 
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Datei:Bild 183-S91041.jpg|Auf diesem Foto aus dem Jahre 1949 sind die Rahmen in "Schwanenhals"-Form gut erkennbar (oben rechts).
 
Datei:Bild 183-S91041.jpg|Auf diesem Foto aus dem Jahre 1949 sind die Rahmen in "Schwanenhals"-Form gut erkennbar (oben rechts).
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Datei:Mifa S2 von 1949 Bild1.JPG|Ein vollständig und original erhaltenes Modell S2 von 1949.
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Datei:Mifa S2 von 1949 Bild2.JPG|Anders als später bei Mifa üblich, erfordert dieses Fahrrad eine [[Sattelstützen|Sattelstütze]] mit 25 mm Durchmesser. Radstand 118 cm, Steuerkopfhöhe 18 cm, schlanker Schwanenhals mit tiefem Durchstieg.
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Datei:Mifa S2 von 1949 Bild3.JPG|Damensattel von [[Lederwarenfabrik Mühlhausen|LLM]], Pedale, Kleidernetz, Rücklicht, Griffe und Luftpumpe wurden zum Fundzustand ergänzt.
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Datei:Mifa S2 von 1949 Bild4.JPG|Das Fahrrad konnte von der Erstbesitzerin erworben werden. 1955 wurde es auf ein 19-Zähne-Ritzel umgerüstet. Alle Teile wirken hochwertig, sämtliche Lager weisen kaum erkennbaren Verschleiß auf.
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Datei:Mifa S2 von 1949 Bild5.JPG|Dynamo von [[BALACO Dynamos|BALACO]] und Scheinwerfer (ungeprägt; vrmtl. von [[MELAS Scheinwerfer|MELAS]]) waren im Fundzustand vorhanden und voll funktionstüchtig. Textil-[[Lichtkabel]] zeitgenössisch ergänzt.
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Datei:Mifa S2 um 1950.jpg|Katalogabbildung, um 1950.
 
Datei:Mifa S2 um 1950.jpg|Katalogabbildung, um 1950.
 
Datei:Mifa Modell S2.jpg|Ein Exemplar von 1951/52. Anbauteile teilweise nicht mehr original. Das Rahmendekor ist nur noch ansatzweise erkennbar. Am Sattelrohr befindet sich an diesem Exemplar der Rest einer Raute, die vermutlich einst das IFA-Logo beinhaltete.  
 
Datei:Mifa Modell S2.jpg|Ein Exemplar von 1951/52. Anbauteile teilweise nicht mehr original. Das Rahmendekor ist nur noch ansatzweise erkennbar. Am Sattelrohr befindet sich an diesem Exemplar der Rest einer Raute, die vermutlich einst das IFA-Logo beinhaltete.  
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* [[Rahmen|Stahlrohrrahmen]] mit [[Muffen|Außenmuffen]], Rahmenhöhe 53 cm, Hinterbau offen ausgeführt
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* [[Rahmen|Stahlrohrrahmen]] mit [[Muffen|Außenmuffen]], Rahmenhöhe 55 cm, Hinterbau offen ausgeführt
 
* gekröpfte Sitzstreben, gekröpfte Kettenstreben, nach hinten offene [[Gabelenden#Gabelenden aus Rahmenrohr|Gabelenden]] (mit Kettenspannern)  
 
* gekröpfte Sitzstreben, gekröpfte Kettenstreben, nach hinten offene [[Gabelenden#Gabelenden aus Rahmenrohr|Gabelenden]] (mit Kettenspannern)  
 
* Ober- und Unterrohr gebogen
 
* Ober- und Unterrohr gebogen

Aktuelle Version vom 20. Mai 2020, 01:45 Uhr

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Einordnung in die Modellpalette

Mit dem Modell S2 hatte Mifa spätestens ab 1948 ein 28" Damen-Tourenrad mit klassischem Schwanenhalsrahmen im Programm. Dessen Produktion wurde offenbar schon nach wenigen Jahren wieder eingestellt. In den vorliegenden Katalogen aus der zweiten Hälfte der Fünfziger Jahre wird dieses Modell nicht mehr erwähnt. Wahrscheinlich wurde die Produktion 1953 zugunsten des Modells S 2/16 beendet. Das jüngste bekannte Belegexemplar stammt von 1953.

Rahmen und Ausstattung

Das Fahrrad besaß einen klassischen Tourenrahmen mit gekröpftem Hinterbau (offen ausgeführt) sowie einfache Gabelenden. Beim Rahmen verzichtete man auf weitere Anlötteile, was bei Tourenrädern jener Zeit typisch war. Anders als beim offenbar zeitgleich gefertigten Modell S 16 waren hier beide Oberrohre gebogen ausgeführt und durch zwei Stege miteinander verbunden. Erst ab 1959 entstanden bei Mifa wieder Damenräder mit Schwanenhalsrahmen (Modell 152), wobei die Geometrie bei Modell S2 eine andere war. Die Rahmenhöhe betrug 55 cm.
Neben einem Glockentretlager gehörten Stahlfelgen und Stahlschutzbleche zur Ausstattung. Felgen und Schutzbleche waren in Rahmenfarbe lackiert und weiß, sowie in Farbe des Rahmendekors (Strahlenkopf etc.) liniert. Tourenlenker, Stempelbremse mit Gestänge sowie ein Tourensattel waren weitere Erkennungsmerkmale.Rahmentasche, Luftpumpe, Tourengepäckträger sowie ein Kleidernetz rundeten die Ausstattung ab.

Lackierung und Rahmendekor

Anhand der beiden bekannten Abbildungen und Belegexemplare dieses Modells kann auf schwarz lackierte Fahrräder mit farblich abgesetztem Strahlenkopf in blau oder orange-weiß geschlossen werden. Weitere Details über die bei Mifa verwendeten Rahmendekore sind hier zu finden.

Galerie

Technische Merkmale