Mifa Modell 305: Unterschied zwischen den Versionen

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Anfangs wurde das Modell 305 noch mit einem Lackierungsschema ausgliefert, das dem der [[Mifa Tourenräder|Tourenmodelle]] ähnlich war. Etwa 1964 änderten sich Lackierungsschema und Rahmendekor analog den Tourenrädern, jetzt waren die Jugendräder zweifarbig lackiert (im Bereich des Steuerkopfes weiß, übriger Rahmen farbig). Dieses Farbmuster wurde lange Zeit beibehalten. Das Rahmendekor wurde hingegen 1966 und 1971 überarbeitet und war jeweils mit dem der übrigen Modelle identisch. Bis 1972 oder 1973 besaßen die Jugendräder auch noch ein angenietetes [[Datierung Mifa Fahrräder#Datierung mit Hilfe des Steuerkopfschildes|Steuerkopfschild]]. Dies entfiel nun zugunsten von Schiebebildern. Weitere Details über die bei Mifa verwendeten Rahmendekore sind [[Datierung Mifa Fahrräder#Datierung mit Hilfe des Rahmendekors|hier]] zu finden.
 
Anfangs wurde das Modell 305 noch mit einem Lackierungsschema ausgliefert, das dem der [[Mifa Tourenräder|Tourenmodelle]] ähnlich war. Etwa 1964 änderten sich Lackierungsschema und Rahmendekor analog den Tourenrädern, jetzt waren die Jugendräder zweifarbig lackiert (im Bereich des Steuerkopfes weiß, übriger Rahmen farbig). Dieses Farbmuster wurde lange Zeit beibehalten. Das Rahmendekor wurde hingegen 1966 und 1971 überarbeitet und war jeweils mit dem der übrigen Modelle identisch. Bis 1972 oder 1973 besaßen die Jugendräder auch noch ein angenietetes [[Datierung Mifa Fahrräder#Datierung mit Hilfe des Steuerkopfschildes|Steuerkopfschild]]. Dies entfiel nun zugunsten von Schiebebildern. Weitere Details über die bei Mifa verwendeten Rahmendekore sind [[Datierung Mifa Fahrräder#Datierung mit Hilfe des Rahmendekors|hier]] zu finden.
  
Zum Ende des Jahres 1970 wurde die Produktion des Modells 305 eingestellt, aufgrund u. a. der Beschwerden von Verbrauchern und des Deutschen Radsport-Verbandes jedoch ab Januar 1972 weiterproduziert. 1973 wird das Modell 305 vorläufig zum letzten Mal im Katalog erwähnt, dennoch wurde es noch lange Zeit nahezu unverändert angeboten. Die Produktion fand seit 1974 im Kombinat [[Fortschritt]] Landmaschinen statt, doch behielt man zunächst das "Mifa"-Rahmendekor bei. In einem Produktblatt der 1970er Jahre ist als Hersteller im Rahmen der [http://de.wikipedia.org/wiki/Konsumg%C3%BCterproduktion Konsumgüterproduktion] der VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen Neustadt in Sachsen angegeben. Auch im erwähnten Katalog des Jahres 1979/80 werden die Jugendräder aufgeführt und besitzen nach wie vor das "Mifa"-Rahmendekor. Jugendräder der Achtziger Jahre tragen dann die Markennamen [[Fortschritt]] bzw. [[Pionier]].  
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Zum Ende des Jahres 1970 wurde die Produktion des Modells 305 eingestellt, aufgrund u. a. der Beschwerden von Verbrauchern und des Deutschen Radsport-Verbandes jedoch ab Januar 1972 weiterproduziert. In einer Stellungnahme des IFA-Vertriebes hieß es dazu: "Nach Auswertung der Marktanalysen, der Eingaben von Bürgern und von Presseveröffentlichungen nimmt der Handel jetzt den Standpunkt ein, daß ein Jugendrad dieser Abmessung [24"] unbedingt im Sortiment benötigt wird. Obwohl sich Mifa im Laufe der Beratung nicht imstande sah, die 24er Jugendräder wieder aufzunehmen, teilte das Werk im Nachgang zur Beratung mit Fernschreiben vom 6. 8. 1971 mit, daß nach ernsthafter Prüfung eine Wiederaufnahme im Jahre 1972 in Höhe von 10 000 Stück möglich ist. Dadurch reduziert sich jedoch die Gesamtbereitstellung um 2000 Fahrräder." (Zitiert nach: Berliner Zeitung Nr. 263 vom 23. September 1971, Seite 4.)
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1973 wird das Modell 305 vorläufig zum letzten Mal im Katalog erwähnt, dennoch wurde es noch lange Zeit nahezu unverändert angeboten. Die Produktion fand seit 1974 im Kombinat [[Fortschritt]] Landmaschinen statt, doch behielt man zunächst das "Mifa"-Rahmendekor bei. In einem Produktblatt der 1970er Jahre ist als Hersteller im Rahmen der [http://de.wikipedia.org/wiki/Konsumg%C3%BCterproduktion Konsumgüterproduktion] der VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen Neustadt in Sachsen angegeben. Auch im erwähnten Katalog des Jahres 1979/80 werden die Jugendräder aufgeführt und besitzen nach wie vor das "Mifa"-Rahmendekor. Jugendräder der Achtziger Jahre tragen dann die Markennamen [[Fortschritt]] bzw. [[Pionier]].  
  
  

Version vom 2. Januar 2014, 18:09 Uhr

 Diese Seite ist Teil der Modellübersicht des VEB Mifa-Werk Sangerhausen
 in der Unterkategorie Mifa Jugendräder

Beim Modell 305 von Mifa handelt es sich um ein 24"-Jugendrad in Knabenausführung. Die ältesten bekannten Exemplare stammen aus dem Zeitraum 1961/62. In einem Katalog des Jahres 1963 taucht diese Variante erstmals auf und ersetzte das bisherige Jugendrad Modell 302. Die entsprechende Mädchenausführung wurde unter der Bezeichnung Modell 355 angeboten.

Gegenüber dem Vorgängermodell entsprach der Rahmen dieser Ausführung bereits etwas moderneren Konstruktionsprinzipien: er verfügte über angelötete Ausfallenden. Die Rahmenhöhe betrug 44 cm. Für die Befestigung des Kettenschutzes, des Dynamos und der Luftpumpe waren entsprechende Anlötteile vorhanden.

Die übrige Ausstattung orientierte sich an der, die bei Tourensporträdern üblich war. So besaß das Modell 305 beispielsweise ein Keiltretlager in Thompson-Ausführung sowie Leichtmetallfelgen. Eine Stempelbremse mit Bowdenzug, Flügelmuttern sowie Schutzbleche aus Leichtmetall waren weitere Merkmale. Teilweise besaßen die Jugendräder von Mifa jedoch auch Stahlschutzbleche, die in Rahmenfarbe lackiert und weiß liniert waren. Darüber hinaus wurde dieser Fahrradtyp zeitweise auch mit grau lackierten und in Rahmenfarbe linierten Stahlschutzblechen angeboten. Der Gepäckträger und der Kettenschutz waren in Rahmenfarbe lackiert. Frühe Katalogbilder zeigen das Fahrrad noch mit einem Dynamoscheinwerfer, der offenbar schon bald durch einen herkömmlichen ersetzt wurde. In einem Prospekt des Jahres 1979 oder 1980 werden die Jugendräder noch einmal gezeigt, obwohl es zu dieser Zeit keine Mifa-Erzeugnisse mehr waren. Als Modell 305 L wird dort auch eine Ausstattungsvariante mit dem Hochlenker des Klapprads aufgeführt.

Anfangs wurde das Modell 305 noch mit einem Lackierungsschema ausgliefert, das dem der Tourenmodelle ähnlich war. Etwa 1964 änderten sich Lackierungsschema und Rahmendekor analog den Tourenrädern, jetzt waren die Jugendräder zweifarbig lackiert (im Bereich des Steuerkopfes weiß, übriger Rahmen farbig). Dieses Farbmuster wurde lange Zeit beibehalten. Das Rahmendekor wurde hingegen 1966 und 1971 überarbeitet und war jeweils mit dem der übrigen Modelle identisch. Bis 1972 oder 1973 besaßen die Jugendräder auch noch ein angenietetes Steuerkopfschild. Dies entfiel nun zugunsten von Schiebebildern. Weitere Details über die bei Mifa verwendeten Rahmendekore sind hier zu finden.

Zum Ende des Jahres 1970 wurde die Produktion des Modells 305 eingestellt, aufgrund u. a. der Beschwerden von Verbrauchern und des Deutschen Radsport-Verbandes jedoch ab Januar 1972 weiterproduziert. In einer Stellungnahme des IFA-Vertriebes hieß es dazu: "Nach Auswertung der Marktanalysen, der Eingaben von Bürgern und von Presseveröffentlichungen nimmt der Handel jetzt den Standpunkt ein, daß ein Jugendrad dieser Abmessung [24"] unbedingt im Sortiment benötigt wird. Obwohl sich Mifa im Laufe der Beratung nicht imstande sah, die 24er Jugendräder wieder aufzunehmen, teilte das Werk im Nachgang zur Beratung mit Fernschreiben vom 6. 8. 1971 mit, daß nach ernsthafter Prüfung eine Wiederaufnahme im Jahre 1972 in Höhe von 10 000 Stück möglich ist. Dadurch reduziert sich jedoch die Gesamtbereitstellung um 2000 Fahrräder." (Zitiert nach: Berliner Zeitung Nr. 263 vom 23. September 1971, Seite 4.)

1973 wird das Modell 305 vorläufig zum letzten Mal im Katalog erwähnt, dennoch wurde es noch lange Zeit nahezu unverändert angeboten. Die Produktion fand seit 1974 im Kombinat Fortschritt Landmaschinen statt, doch behielt man zunächst das "Mifa"-Rahmendekor bei. In einem Produktblatt der 1970er Jahre ist als Hersteller im Rahmen der Konsumgüterproduktion der VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen Neustadt in Sachsen angegeben. Auch im erwähnten Katalog des Jahres 1979/80 werden die Jugendräder aufgeführt und besitzen nach wie vor das "Mifa"-Rahmendekor. Jugendräder der Achtziger Jahre tragen dann die Markennamen Fortschritt bzw. Pionier.



  • Technische Merkmale

  - Stahlrohrrahmen mit Außenmuffen, Rahmenhöhe 44 cm
  - gerade Sitzstreben, gekröpfte Kettenstreben, schräge Ausfallenden nach vorn
  - Halterung für Dynamo an der Gabel angelötet
  - am Sattelrohr angelötete Halterung für die Luftpumpe
  - Keiltretlager Thompson-Ausführung, Kettenblatt mit 40 Zähnen
  - polierte Aluminiumfelgen 24", Flügelmuttern
  - Bereifung 24"x1 3/4"
  - vorn Stempelbremse mit Bowdenzug
  - hinten Freilaufnabe mit Rücktrittbremse, Zahnkranz mit 20 Zähnen
  - Sportlenker ohne Vorbau (Modell 305 L: Hochlenker ohne Vorbau)
  - polierte Leichtmetallschutzbleche oder farbig lackierte und weiß linierte Stahlschutzbleche,
  - Zubehör: Kettenschutz, Kleidernetz, Luftpumpe, Werkzeugtasche