Mifa Jugendräder 24"/26"

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Mifa Modell S 3

Lediglich ein nicht genau datierter Katalog aus dem Zeitraum um 1950 gibt einen Hinweis auf die Modelle S 3 und S 4 (nächstes Bild).

Mifa Modell S 4

(Katalogbild um 1950)

Jugendräder waren offenbar spätestens seit Anfang der 1950er Jahre wieder im Sortiment des Mifa-Werks Sangerhausen zu finden. Ein Prospekt aus dem Zeitraum um 1950 stellt die 26"-Modelle S 3 (für Knaben) und S 4 (für Mädchen) vor. In späteren Katalogen sind diese Fahrräder (Rahmenhöhe: 48 cm) jedoch nicht mehr zu finden, auch sind bislang keine Belegexemplare bekannt geworden. Belegt für den Zeitraum ab 1956 ist die Produktion von 24"-Jugendfahrrädern. Konstruktiv orientierten sie sich stark an den Tourenrädern. 1959 erhielten sie im Zuge der Sortimentsbereinigung neue Modellnummern.

Nach dem Ende der Produktion von Fahrrädern bei Möve übernahm Mifa die bisher dort gefertigten 26"-Jugendfahrräder. Die Modellnummern wurden unverändert beibehalten. Das Jahr 1962 brachte dann neue 24"-Modelle mit moderneren Rahmen.

Modellbezeichnungen

Bis 1974 entstanden bei Mifa verschiedene Jugendfahrräder, die die folgende Tabelle zusammenfasst:

Ausführung Laufradgröße Bauzeit
S 3 Knabenfahrrad 26" um 1950 (Produktion bislang nicht belegt)
S 4 Mädchenfahrrad 26" um 1950 (Produktion bislang nicht belegt)
S 5 Knabenfahrrad 24" katalogseitig belegt ab 1956 (ab 1959 als Modell 302 bezeichnet)
S 6 Mädchenfahrrad 24" katalogseitig belegt ab 1956 (ab 1959 als Modell 352 bezeichnet)
301 Knabenfahrrad 26" 1961 - 1970
351 Mädchenfahrrad 26" 1961 - 1970
305 Knabenfahrrad 24" 1962 - 1974
355 Mädchenfahrrad 24" 1962 - 1974

Hintergrundwissen zur Produktionseinstellung

1970 entfielen die 26"-Modelle ersatzlos. Ob dies auf eine sinkende Nachfrage oder auf den Produktionsanlauf der 26"-Tourensporträder bei Mifa zurückzuführen ist, kann jedoch nur vermutet werden. 26"-Jugendfahrräder wurden danach erst wieder ab ca. 1984 angeboten.

Ebenfalls zum Ende des Jahres 1970 wurde die Produktion der 24"-Modelle 305 und 355 eingestellt, aufgrund u. a. der Beschwerden von Verbrauchern und des Deutschen Radsport-Verbandes jedoch ab Januar 1972 weitergeführt. In einer Stellungnahme des IFA-Vertriebes hieß es dazu: "Nach Auswertung der Marktanalysen, der Eingaben von Bürgern und von Presseveröffentlichungen nimmt der Handel jetzt den Standpunkt ein, daß ein Jugendrad dieser Abmessung [24"] unbedingt im Sortiment benötigt wird. Obwohl sich Mifa im Laufe der Beratung nicht imstande sah, die 24er Jugendräder wieder aufzunehmen, teilte das Werk im Nachgang zur Beratung mit Fernschreiben vom 6.8.1971 mit, daß nach ernsthafter Prüfung eine Wiederaufnahme im Jahre 1972 in Höhe von 10 000 Stück möglich ist. Dadurch reduziert sich jedoch die Gesamtbereitstellung um 2000 Fahrräder." (Zitiert nach: Berliner Zeitung Nr. 263 vom 23. September 1971, Seite 4.)
Im Zuge einer generellen Sortimentseinschränkung war man in Sangerhausen bestrebt, unter anderem die Produktion der 24"-Jugendräder auslaufen zu lassen. Die Notwendigkeit dieser Sortimentseinschränkung sah man vor allem im stark gestiegenen Gesamtbedarf an Fahrrädern sowie der begrenzten Möglichkeiten der Produktionssteigerung bei Diamant. Die verordnete Fortführung der Produktion der 24"-Jugendräder verhinderte jedoch eine bessere Bedarfsbefriedigung bei den Tourensporträdern von Mifa, da diese Produktionskapazität hierfür zur Verfügung gestellt werden musste. Ab 1974 fand die Produktion der Modelle 355 und 305 im Kombinat Fortschritt Landmaschinen (im Rahmen der Konsumgüterproduktion) statt. Sie wurden dort längere Zeit nahezu unverändert weiterproduziert (Jugendrad Modell 305), selbst das Rahmendekor mit dem "Mifa"-Schriftzug wurde beibehalten. Anhand der Rahmennummern ist jedoch eine eindeutige Unterscheidung möglich. Nachdem die Jugendräder im Mifa-Katalog von 1973 letztmalig erwähnt wurden, tauchen sie in einem Prospekt von 1980 noch einmal auf, doch wird dort auf den tatsächlichen Hersteller hingewiesen.