Diamant Modell 35 105: Unterschied zwischen den Versionen

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Als Luxusausführungen der Tourensporträder erschienen 1964 bei [[Diamant]] die Modelle 35 105 (Herrenausführung, 26") und [[Diamant Modell 35 156|35 156]] (Damenausführung, 26"). Die Rahmen dieser Fahrräder sind mit denen der einfacheren Ausführung [[Diamant Modell 35 102|Modell 35 102]] weitgehend identisch.  
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Als Luxusausführungen der Tourensporträder erschienen 1964 bei [[Diamant]] die Modelle 35 105 (Herrenausführung, 26") und [[Diamant Modell 35 156|35 156]] (Damenausführung, 26"). Das früheste bislang bekannte Exemplar stammt aus dem I. Quartal 1964.
  
Das früheste bislang bekannte Exemplar stammt aus dem I. Quartal 1964 und besitzt bereits [[Anlötteile]] zur Befestigung des [[Dynamo|Dynamos]] und des [[Kettenschutz|Kettenschutzes]]. Die [[Ausfallenden]] der Vorderradgabel verfügen über je zwei Ösen zur Befestigung des Schutzbleches, im Gegensatz zum Modell 35 102, welches hier nur je eine Öse besitzt. Der Hinterbau war auch bei diesem Fahrrad offen ausgeführt, mit geraden Ketten- und Sitzstreben (genaue Angaben zu konstruktiven Merkmalen von Fahrradrahmen sind [[Rahmen|hier]] zu finden). Am Sattelrohr war eine [[Luftpumpenhalter|Luftpumpenhalterung]] angelötet.
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Der Rahmen unterscheidet sich vom Grundmodell [[Diamant Modell 35 102|35 102]] nur in Details. An Sattel- und Unterrohr befinden sich [[Anlötteile]] für den serienmäßigen [[Kettenschutz]]. Die [[Ausfallenden]] der Vorderradgabel verfügen über je zwei Ösen zur Befestigung des Schutzbleches, während das Grundmodell 35 102 bis Anfang der 1980er Jahre nur je eine Öse hatte.  
  
In Anlehnung an die einfacheren Tourensporträder besaß auch das Modell 35 105 ein [[Tretlager|Keiltretlager]] (BSA-Ausführung) und [[Felgen|Aluminiumfelgen]]. Anders als die Damenausführung besaß die Herrenvariante einen Leder-[[Sattel|Sportsattel]]. Hinsichtlich der übrigen Ausstattung gab es jedoch einige Unterschiede zu den einfacheren Tourensporträdern. Die Luxusausführung besaß beispielsweise [[Schutzbleche|Aluminiumschutzbleche]], wobei das vordere Schutzblech mit einer Überlaufstrebe versehen war. Spätestens Mitte 1966 hatte man die Form dieser Schutzbleche überarbeitet, sie besaßen nunmehr rot ausgelegte Sicken (bisher ohne Sicken, aber mit roter Linierung). Neu war bei diesem Modell auch die Befestigung der Schutzbleche mit Hilfe von Klemmen aus Metall bzw. später aus Kunststoff. Diese Art der Befestigung erwies sich als weniger schadanfällig. Die Klemmen waren recht robust gefertigt, während die Klemmplättchen der üblichen Aluminium-[[Schutzbleche#Befestigung von Schutzblechen|Schutzblechstreben]] sehr bruchanfällig waren.<br>Eine weitere Neuerung stellte die vordere [[Bremsen|Felgenbremse]] mit den längeren Bremsschenkeln dar. Zwar gab es diese Felgenbremse schon seit Ende der 1950er Jahre von [[Alda]], doch blieben die realisierten Stückzahlen anfangs offenbar gering. Während die [[Flügelmuttern]] von den [[Diamant Sportrad-Modelle|Sporträdern]] stammten, war der [[Lenker|Gesundheitslenker]] nur bei den hier beschriebenen Tourensporträdern zu finden. Zudem war der [[Kettenschutz]] bei diesen Modellen immer verchromt. Eine Ausnahme bilden hier jedoch die sehr frühen Modelle, bei denen der Kettenschutz ebenfalls noch in Rahmenfarbe lackiert war. Anfangs besaßen diese Fahrräder noch einen [[Gepäckträger]] in "Schwedenform", doch scheinbar wurde dieser nur noch kurzzeitig verwendet. Noch im selben Jahr, spätestens jedoch bis Februar 1965, vollzog man die Umstellung auf jene Gpäckträger, die am Stegrohr zwischen den Kettenstreben befestigt werden konnten. Spätestens ab Mitte 1966 waren diese dann verchromt statt wie anfänglich in Rahmenfarbe lackiert. Dank der Verwendung von Aluminiumschutzblechen und verchromten Anbauteilen war es moderner und luxuriöser als das Modell 35 102, was sich auch auf den Preis auswirkte. Um 1970 kostete die hier beschriebene Ausführung mit 285 Mark über 40 Mark mehr als das einfachere Herren-Tourensportrad.
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Das Modell 35 105 verfügt stets über [[Schutzbleche|Aluminiumschutzbleche]], wobei das vordere Schutzblech mit einer Überlaufstrebe versehen war. Spätestens Mitte 1966 hatte man die Form der Schutzbleche überarbeitet, sie besaßen nunmehr rot ausgelegte Sicken (bisher ohne Sicken, aber mit roter Linierung). Seither sind die Schutzbleche auch mit Hilfe von Klemmen aus Metall (später aus Kunststoff) befestigt. Diese Art der Befestigung erwies sich als weniger schadanfällig. Die Klemmen waren recht robust gefertigt, während die Klemmplättchen der üblichen Aluminium-[[Schutzbleche#Befestigung von Schutzblechen|Schutzblechstreben]] sehr bruchanfällig waren.<br>Ein weiterer Unterschied zum Grundmodell war die vordere [[Bremsen|Felgenbremse]], die zudem längere Bremsschenkel hatte. Zwar gab es diese Felgenbremse schon seit Ende der 1950er Jahre von [[Alda]], doch blieben die realisierten Stückzahlen anfangs offenbar gering. Während die [[Flügelmuttern]] von den [[Diamant Sportrad-Modelle|Sporträdern]] stammten, war der [[Lenker|Gesundheitslenker]] nur am Modell 35 105 zu finden. Zudem war der [[Kettenschutz]] bei diesen Modellen immer verchromt. Eine Ausnahme bilden hier jedoch die sehr frühen Modelle, bei denen der Kettenschutz ebenfalls noch in Rahmenfarbe lackiert war. Anfangs besaß Modell 35 105 noch einen [[Gepäckträger]] in "Schwedenform", doch scheinbar wurde dieser nur noch kurzzeitig verwendet. Noch im selben Jahr, spätestens jedoch bis Februar 1965, vollzog man die Umstellung auf jene Gpäckträger, die am Stegrohr zwischen den Kettenstreben befestigt werden konnten. Spätestens ab Mitte 1966 waren diese dann verchromt statt wie anfänglich in Rahmenfarbe lackiert. Dank der Verwendung von Aluminiumschutzblechen und verchromten Anbauteilen wirkte Modell 35 105 moderner und luxuriöser als das Modell 35 102, was sich auch auf den Preis auswirkte. Um 1970 kostete die hier beschriebene Ausführung mit 285 Mark über 40 Mark mehr als das einfachere Herren-Tourensportrad.
  
Im Zeitraum 1970/71 änderte sich das Profil der [[Felgen]]. Die bisher runde Form wurde überarbeitet, ab jetzt hatten die Felgen ein fünfflächiges Profil, das bis 1990 beibehalten wurde. Etwa 1973 wurde das Stegrohr zwischen den Kettenstreben durch eine einfachere Stegplatte ersetzt (ähnlich den [[Mifa Tourensporträder|Mifa Tourensporträdern]]). Ab dem Jahre 1977 kamen [[Tretlager|Keiltretlager]] in Thompson-Ausführung zur Anwendung.
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Modifikationen am Fahrrad erfolgten im Laufe der Bauzeit analog zu den Veränderungen am Grundmodell [[Diamant Modell 35 102|35 102]], dessen Fertigung 1988 eingestellt wurde. Das Modell 35 105 wurde darüber hinaus produziert. Ende der 1980er Jahre wurde bei einigen Exemplaren die Luftpumpenhalterung am Unterrohr, statt wie sonst üblich am Sattelrohr, angebracht. Mit einigen Veränderungen wurde dieses Fahrrad auch noch in den frühen Neunziger Jahren angeboten.
Weitere Veränderungen betrafen vor allem Details der Ausstattung. So wurden etwa ab 1979 filigranere [[Gepäckträger]] sowie [[Lenker]] mit neuentwickelter Form verwendet. Einige Tourensporträder bekamen eine vereinfachte Gabelhaube aus Kunststoff. Zunehmend wurden die Exemplare der 1980er Jahre mit Tourensätteln ausgestattet, die eine Satteldecke aus PUR-Schaumstoff besaßen. Ebenso wurde Ende der 1980er Jahre bei einigen Exemplaren die Luftpumpenhalterung am Unterrohr, statt wie sonst üblich am Sattelrohr, angebracht. Mit einigen Veränderungen wurde dieses Fahrrad auch noch in den frühen Neunziger Jahren angeboten.
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Analog der einfacheren Ausführung besaß auch das Modell 35 105 eine Zweifarb-Lackierung, wobei der Bereich des Steuerkopfes weiß, der übrige Rahmen hingegen farbig gehalten war. Auch das Rahmendekor war identisch und wurde bereits nach kurzer Zeit (Anfang 1966) geringfügig überarbeitet. Anders als das Modell 35 102 war die hier beschriebene Ausführung fast immer [[Lackierung#Metallic-Lack ("Fischsilber-Lack")|metallic]]-farben lackiert. Erst ab der zweiten Hälfte der 1970er Jahre scheint man auch hier [[Lackierung#Uni-Lack ("Emaillierung")|Uni-Lack]] verwendet zu haben. In diesem Erscheinungsbild wurden die Tourensporträder bis Ende der 1970er Jahre ausgeliefert.<br>Seit 1979 waren die Rahmen einfarbig lackiert, das Dekor änderte sich erneut. Markant war hierbei der Aufkleber am Sattelrohr mit dem Aufdruck "TS", was oft fälschlicherweise als Typenbezeichnung angesehen wird. Ab der zweiten Hälfte der 1980er Jahre waren wiederum auch zweifarbig lackierte Ausführungen erhältlich. Dies betrifft die Baujahre ab 1986, als erneut das Rahmendekor überarbeitet wurde (chromfarbene oder transparente Folien). Am Oberrohr befand sich nun ein Aufkleber mit dem Schriftzug "Toursport". Details zu den bei Diamant verwendeten Rahmendekoren sind [[Datierung Diamant Fahrräder#Datierung mit Hilfe des Rahmendekors|hier]] zu finden.
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Die Lackierung und das Dekor war mit jenem des Grundmodells 35 102 identisch, wobei für die Luxusausführung fast immer [[Lackierung#Metallic-Lack ("Fischsilber-Lack")|metallic]]-Farben verwendet wurden. Erst ab der zweiten Hälfte der 1970er Jahre scheint man auch hier [[Lackierung#Uni-Lack ("Emaillierung")|Uni-Lack]] verwendet zu haben. Ab 1986 waren für dieses Modell wieder zweifarbig lackierte Ausführungen erhältlich. Details zu den bei Diamant verwendeten Rahmendekoren sind [[Datierung Diamant Fahrräder#Datierung mit Hilfe des Rahmendekors|hier]] zu finden.
 
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Version vom 22. Oktober 2014, 12:58 Uhr

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Als Luxusausführungen der Tourensporträder erschienen 1964 bei Diamant die Modelle 35 105 (Herrenausführung, 26") und 35 156 (Damenausführung, 26"). Das früheste bislang bekannte Exemplar stammt aus dem I. Quartal 1964.

Der Rahmen unterscheidet sich vom Grundmodell 35 102 nur in Details. An Sattel- und Unterrohr befinden sich Anlötteile für den serienmäßigen Kettenschutz. Die Ausfallenden der Vorderradgabel verfügen über je zwei Ösen zur Befestigung des Schutzbleches, während das Grundmodell 35 102 bis Anfang der 1980er Jahre nur je eine Öse hatte.

Das Modell 35 105 verfügt stets über Aluminiumschutzbleche, wobei das vordere Schutzblech mit einer Überlaufstrebe versehen war. Spätestens Mitte 1966 hatte man die Form der Schutzbleche überarbeitet, sie besaßen nunmehr rot ausgelegte Sicken (bisher ohne Sicken, aber mit roter Linierung). Seither sind die Schutzbleche auch mit Hilfe von Klemmen aus Metall (später aus Kunststoff) befestigt. Diese Art der Befestigung erwies sich als weniger schadanfällig. Die Klemmen waren recht robust gefertigt, während die Klemmplättchen der üblichen Aluminium-Schutzblechstreben sehr bruchanfällig waren.
Ein weiterer Unterschied zum Grundmodell war die vordere Felgenbremse, die zudem längere Bremsschenkel hatte. Zwar gab es diese Felgenbremse schon seit Ende der 1950er Jahre von Alda, doch blieben die realisierten Stückzahlen anfangs offenbar gering. Während die Flügelmuttern von den Sporträdern stammten, war der Gesundheitslenker nur am Modell 35 105 zu finden. Zudem war der Kettenschutz bei diesen Modellen immer verchromt. Eine Ausnahme bilden hier jedoch die sehr frühen Modelle, bei denen der Kettenschutz ebenfalls noch in Rahmenfarbe lackiert war. Anfangs besaß Modell 35 105 noch einen Gepäckträger in "Schwedenform", doch scheinbar wurde dieser nur noch kurzzeitig verwendet. Noch im selben Jahr, spätestens jedoch bis Februar 1965, vollzog man die Umstellung auf jene Gpäckträger, die am Stegrohr zwischen den Kettenstreben befestigt werden konnten. Spätestens ab Mitte 1966 waren diese dann verchromt statt wie anfänglich in Rahmenfarbe lackiert. Dank der Verwendung von Aluminiumschutzblechen und verchromten Anbauteilen wirkte Modell 35 105 moderner und luxuriöser als das Modell 35 102, was sich auch auf den Preis auswirkte. Um 1970 kostete die hier beschriebene Ausführung mit 285 Mark über 40 Mark mehr als das einfachere Herren-Tourensportrad.

Modifikationen am Fahrrad erfolgten im Laufe der Bauzeit analog zu den Veränderungen am Grundmodell 35 102, dessen Fertigung 1988 eingestellt wurde. Das Modell 35 105 wurde darüber hinaus produziert. Ende der 1980er Jahre wurde bei einigen Exemplaren die Luftpumpenhalterung am Unterrohr, statt wie sonst üblich am Sattelrohr, angebracht. Mit einigen Veränderungen wurde dieses Fahrrad auch noch in den frühen Neunziger Jahren angeboten.

Die Lackierung und das Dekor war mit jenem des Grundmodells 35 102 identisch, wobei für die Luxusausführung fast immer metallic-Farben verwendet wurden. Erst ab der zweiten Hälfte der 1970er Jahre scheint man auch hier Uni-Lack verwendet zu haben. Ab 1986 waren für dieses Modell wieder zweifarbig lackierte Ausführungen erhältlich. Details zu den bei Diamant verwendeten Rahmendekoren sind hier zu finden.


Verwendungszweck Bemerkungen
Halterung für Luftpumpe am Sattelrohr; Ende der 1980er z.T. am Unterrohr
Halterung für Dynamo am Hinterbau
Halterung für Kettenschutz


Technische Merkmale