Ketten

Aus DDR-FahrradWiki
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So werden die Haupt-
maße der Fahrradkette ermittelt.
Ketten dienen der Kraftübertragung vom Kettenblatt des Getriebes zum Kettenritzel am Hinterrad.

Für die verschiedenen Anwendungsgebiete gab es unterschiedliche Ausführungen, wobei vor allem die Kettenbreite ausschlaggebend ist. Die Maße waren immer zöllig, wurden jedoch häufig auch mit metrischen Werten auf der Verpackung angegeben.

Die Abmessungen werden üblicherweise in der Form Teilung x Innenbreite x Gliederzahl angegeben, wobei die Angaben folgende Bedeutung haben:

  • Teilung
    • gibt den Abstand zweier Kettenbolzen zueinander an und entspricht gleichzeitig dem Abstand der Zähne auf dem Kettenblatt bzw. am Ritzel
    • allgemein üblich war 1/2" (ca. 12,7mm), doch es wurden auch andere Kettenteilungen produziert
  • Innenbreite
    • gibt den kleinsten Abstand der Kettenlaschen zueinander an und ist geringfügig größer als die Breite der Zähne auf dem Kettenblatt bzw. am Ritzel
  • Gliederzahl
    • gibt die Länge der (neuen) Kette an
    • durch den hohen Grad an Standardisierung in der DDR-Fahrradindustrie war für die meisten Fahrradtypen die passende Kettenlänge erhältlich, sodass die Ketten vor der Montage nicht gekürzt werden mussten (keine Verschwendung von Material und Produktionskapazitäten)


Kettenabmessungen und ihr Verwendungszweck:

  • 1/2" x 1/8" (12,7mm x 3,2mm)
    • Standardkette für Fahrräder ohne Schaltung und Bahnräder
    • auch als flexiblere Spezialausführung für Dreigang-Kettenschaltung erhältlich
  • 1/2" x 3/32" (12,7mm x 2,4mm)
    • Schaltkette für Renn- und Fahrräder mit 4- oder 5-fach-Ritzel
  • 1/2" x 3/16"
    • verstärkte Spezialkette für Saalsportfahrräder
  • 1" x 3/16"
    • Spezialkette für Bahnräder bis etwa Ende der 60er Jahre
    • Blockkette (anderer Aufbau als bei Doppelrollenkette)
    • besonders breit für hohe Belastungen und geringeren Verschleiß
  • 5/8" x 3/16"
    • Ersatzkette mit großer Teilung für Vorkriegsfahrräder
    • Produktion bis etwa Mitte der 1960er Jahre

Hersteller

Fahrradketten aus DDR-Produktion stammten beinahe sämtlich aus Barchfeld, wobei sich der Name der Fabrik bzw. deren Zugehörigkeit zu anderen Betrieben/Kombinaten mehrfach änderte und damit auch die Herstellerkennzeichnung auf den Verpackungen und Ketten variierte.


Bis zur Mitte der 1950er Jahre sind außerdem noch folgende Produzenten schriftlich belegt, über eine tatsächliche Produktion ist jedoch nichts bekannt:

  • Saxonia (belegt für 1955)
  • G. A. Hempel, Hirschfeld (Voigtsgrün/Vogtland) (belegt für 1945)
  • Luther (belegt für 1945)
  • Hansa Metallwaren GmbH, Brandenburg a. d. Havel (belegt für 1945)
  • J. Mehlich AG, Bork i. d. Mark (belegt für 1945)
  • Thüringer Fahrzeugteile u. Metallwarenfabrik Karl Büchel (belegt für 1945)


Ab den 1970er Jahren wurden vor allem Rennketten (1/2" x 3/32") aus China importiert, die sich optisch wegen ihrer filigraneren Laschen und den glänzenden Kettenbolzen aber gut von den KEBA-Ketten unterscheiden lassen.

Ausführungen

Kettenschlösser

Kettenschlösser bzw. Verschlussglieder sind die Verbindungselemente, die die beiden offenen Enden einer Fahrradkette miteinander verbinden und gleichzeitig im Falle einer Wartung leicht zu öffnen sein sollen. Bis etwa Mitte der 50er Jahre wurden die Ketten noch auf althergebrachte Weise verschraubt, d.h. an der Verbindungsstelle wurde statt eines Niets eine spezielle Schraube als Verbindungselement genutzt. Ab Anfang der 50er Jahre gab es parallel dazu aber auch mehrteilige Verschlussglieder, die mittels einer Federspange geschlossen werden.
Bei Schaltketten wären beide Varianten ungeeignet gewesen, da diese über den gesamten Umfang einen konstante Breite haben müssen. Deshalb kamen dort Verschlussglieder zum Einsatz, die vernietet werden mussten. Durch angepasste Passungen geht das jedoch leichter von statten als bei den restlichen, im Werk vernieteten Verbindungen.