Diamant Sportrad Bielefeld

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Mitte der 50er Jahre wurden in Bielefeld in geringer Stückzahl Diamant-Fahrräder gebaut, die Lackierung und Dekor der Vorkriegsmodelle aus Elite-Diamant-Produktion kopierten. Für Sport- und Rennräder wurde ein hellblauer Lack verwendet, dessen Farbton dem der Vorkriegsmodelle 67, 8 und 9 sehr ähnlich ist. Ebenso wurde der silberne Strahlenkopf mit blauen Spitzen übernommen. Der Diamant-Schriftzug am Unterrohr wurde von Elite-Diamant in gleicher Form in den 20er Jahren verwendet, der Diamant-Kopf am Sitzrohr dagegen findet sich in gleicher Form an den Chemnitzer Fahrrädern der frühen Nachkriegszeit. Selbst das Steuerkopfschild orientiert sich an dem der 30er Jahre, doch statt der üblichen Herstellerangabe ist das Schild mit "DIAMANT-Vertriebsgesellschaft BIELEFELD" beschriftet. Technisch gibt es allerdings keinerlei Gemeinsamkeiten; der Rahmen verwendet in der BRD typische Konstruktionsmerkmale und auch von den Anbauteilen stammt keines aus der DDR. An den Kurbeln der bekannten Fahrräder findet sich der einzige Hinweis auf den eigentlichen Hersteller, denn diese sind mit GHB geprägt. Dieses Kürzel steht sehr wahrscheinlich für Gebrüder Heidemann Bielefeld

Über die gefertigten Stückzahlen ist nichts bekannt, doch lassen die bisher bekannten Exemplare die Vermutung zu, dass eine komplette Modellpalette in einer Kleinserie produziert wurde. Bekannt sind bis jetzt (Stand: 20. Februar 2017) die folgenden Modelle:

  • 28" Herrentourenrad (schwarz)
  • 28" Herrensportrad (schwarz, mit Händlerplakette aus Berlin-Spandau)
  • 26" Herrensportrad (hellblau)
  • 26" Herrensportradrahmen (schwarz)
  • 26" Damensportrad (hellblau; Dokumentation)
  • 27" Rennrad (hellblau; drei bekannte Exemplare; vgl. Aidn, Werner: Diamant Fahrräder, Motorräder, Radsport. Leipzig: MAXIME Verlag, 2010, S. 112)

Neben diesen Modellen ist zudem ein "echtes" Modell 167 bekannt, an dessen Steuerkopf das Bielefelder Steuerkopfschild befestigt ist. Dazu kommt die Aussage eines Diamant-Mitarbeiters wonach zu DDR-Zeiten unbenutzte Steuerkopfschilder aus Bielefeld im Diamant-Werk in Karl-Marx-Stadt vorhanden waren. Beides zusammen lässt vermuten, dass Anfang der 50er auf eine Handelsbeziehung hingearbeitet wurde, welche aber womöglich durch die Umwälzungen in den West-Ost-Beziehungen nicht mehr zustande kam. Belege hierfür gibt es (noch) keine.